Kreispokalfinals in Düren: Germania Lich-Steinstraß und Alemannia Straß gewinnen

Herrenfinale geht in die Verlängerung, bei den Damen fällt der Führungstreffer von der Mittellinie.

Verlängerung, Elfmeterschießen und einen Sieger nach regulärer Spielzeit: Der Finaltag im Dürener Kreispokal hatte in Langerwehe alles zu bieten. Wer bis zum Schluss blieb, verpasste die ersten Minuten des WM-Spiels der deutschen Nationalmannschaft, denn im Finale der Herren setzte sich Germania Lich-Steinstraß gegen den SV Kurdistan Düren erst nach der Verlängerung mit 4:3 durch.

„Es ist so unglaublich. Ich bin brutal stolz auf die Mannschaft. Diese Leistung ist nicht hoch genug anzuerkennen“, freute sich Germania-Coach Michael Hermanns über seinen ersten Kreispokaltitel. Auf der anderen Seite haderte Kurdistan Dürens Trainer Siyar Tan mit den Entscheidungen des Unparteiischen und zollte seinem Team gleichzeitig Respekt: „Wir haben sehr guten Fußball gespielt. Mehr konnte ich nicht von meinen Spielern verlangen.“

In Abschnitt eins hatte der SVK die klare Feldüberlegenheit und Balldominanz. Immer wieder gelang es ihm, mit Diagonalbällen hinter die Abwehrkette zu kommen. Eine wirkliche Torchance entstand aber nur einmal. Die führte zum 1:0 durch Bryant Baidoo (38.). Der Gewinner der ersten Hälfte war aber die Germania aus Lich-Steinstraß, denn ihr gelang überraschend vor der Pause noch der Ausgleich. Cayan Baysan traf Marvin Büttner im Strafraum, und es gab Elfmeter, welchen Moritz Borell trocken verwandelte (45.).

In Abschnitt zwei war die Germania nun auch besser im Spiel, und auf beiden Seiten gab es in der Anfangsviertelstunde eine Großchance. In Führung ging Hermanns Elf durch Büttner, der mit dem Ball in den Strafraum lief und dort mutig abzog (60.). Der SVK, der im Pokalverlauf zweimal ein Comeback feiern konnte, setzte zum Sturmlauf an. Die Germanen verteidigten, was das Zeug hielt. Keeper Nick Jansen zeigte eine starke Fußabwehr gegen Baidoo, seine Abwehrmänner schmissen sich in gegnerische Schüsse, weitere Freistöße des Gegners gingen knapp vorbei.

Es war die dritte der siebenminütigen Nachspielzeit angebrochen, als Nurullah Yasar den SVK mit einem platzierten Treffer in die Verlängerung brachte. Das Momentum war bei den Dürenern, bis Kafan Othman eine Grätsche knapp vor dem eigenen Strafraum auspackte. Der Schiedsrichter entschied auf Notbremse und schickte Othman mit Rot vom Platz (95.). Die Doppelbestrafung folgte sofort, denn Jan Hess setzte den Freistoß ins Tor (96.). Die Germania erkannte ihre Chance und legte nach. Nach einer Ecke auf den zweiten Pfosten kam der Ball erneut in die Mitte, wo Julian Esser per Kopf auf 4:2 erhöhte (105.+2).

Der SVK nutzte den Seitenwechsel, um die Lage kurz zu besprechen und „All in“ zu gehen. Salifu Krubally tauchte nach zwei Eckbällen frei auf, verpasste aber den Anschlusstreffer. Da die Abwehr aufgelöst wurde, boten sich Kontersituationen. In der 111. Minute hätte Julian Sußmann alles entscheiden können. Nach einem Konter über Jan Sipakis und einer Vorlage von Tom Krügermeier setzte er den Ball freistehend neben das Tor. Auf der anderen Seite wurde es prompt noch einmal eng, da Baidoo im Strafraum gefoult wurde. Inan Naki verwandelte den Elfmeter zum 3:4 (113.). Die verbliebenen Minuten blieben spannend; bis auf eine Rote Karte für den bereits verletzt ausgewechselten Baysan passierte aber nichts mehr.

Coach Hermanns feierte mit seinen Jungs den Titelgewinn, hatte aber zugleich mit dem Unterlegenen Mitgefühl: „Mir tut es leid für Kurdistan. Sie haben nie aufgesteckt.“ Im Abschlusskreis, in dem langverdiente Spieler wie Yannick Frings, Luca Flatten und Daniel Muradas Maganas verabschiedet wurden, lobte Ayhan Gündogdu – der sportliche Leiter des SVK – den Einsatz des Teams.